Stolperstein-Patenschaft für Philipp Mees

Andreas Rahm Allgemein 0 Comments

 

Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, unter diesem Motto fand am 9. November im Rahmen einer Gedenkveranstaltung eine erneute Stolperstein-Verlegung statt. Die Initiative Stolpersteine Kaiserslautern erinnert dabei an das Schicksal von Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus waren und sind, indem sie Gedenkplatten in unsere Stadt setzt. Die SPD-Stadtratsfraktion hat die Patenschaft für den Stolperstein von Philipp Mees übernommen, der wegen seiner politischen Überzeugung jahrelang inhaftiert waren und Grausames erlebt hat.

Philipp Mees, geb. am 5. April 1901 in Kaiserslautern, war seit 1919 Mitglied des Freien Eisenbahnerverbandes und ist im März 1921 in die SPD eingetreten. In den 1930er Jahren war er stellvertretender Betriebsrat und Obmann der Vertrauensleute im Reichsausbesserungswerk in Kaiserslautern. Bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten 1933 studierte er an der „Akademie der Arbeit“ der Universität Frankfurt, und war bis zu seiner Verhaftung bei der Firma PFAFF als Schlosser beschäftigt. Am 28. Oktober 1938 wurde Philipp Mees wegen Vorbereitung zum Hochverrat festgenommen und im Juni 1939 zu drei Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach dem Verbüßen seiner Strafe im Zuchthaus Ludwigsburg wurde er aber nicht freigelassen, sondern im Konzentrationslager Dachau in „Schutzhaft“ genommen, wo er eineinhalb Jahre verbringen musste und anschließend mit Gewalt in die SS-Sturmbrigade Dirlewanger eingezogen wurde. Am 1. Mai 1945 geriet er in russische Gefangenschaft, konnte aber im Herbst 1945 nach Kaiserslautern zurückkehren, wo er 1946 in den Stadtrat gewählt wurde. Philipp Mees war über 20 Jahre Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion, und von 1946 bis 1966 Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Gestorben ist er am 1. August 1971 im Alter von 70 Jahren in seiner Heimatstadt. Der Platz vor dem Kaiserslauterer Polizeipräsidium trägt heute seinen Namen. Sein Stolperstein wurde im Beisein von Mitgliedern der SPD-Stadtratsfraktion an diesem Platz verlegt.

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Andreas Rahm

Fraktionsvorsitzender der SPD Fraktion Kaiserslautern. "Humor, menschliches Verständnis und Toleranz, sind das Rezept, mit dessen Hilfe Probleme gelöst werden."

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